Kapitel 3 – Die Songs, die niemand hören durfte
“Nicht jeder Kampf findet vor den Augen anderer statt.”
Über viele Jahre existierten meine Songs nur an einem einzigen Ort.
Auf meiner Festplatte.
In Notizbüchern.
Und in meinem Herzen.
Ich schrieb weiter.
Immer wieder.
Doch jedes Mal, wenn der Gedanke kam, einen Song zu veröffentlichen, war die Angst stärker.
“Was, wenn sie nicht gut genug sind?”
“Was, wenn niemand zuhört?”
“Was, wenn die Menschen meine Geschichten ablehnen?”
Also tat ich… nichts.
Nicht, weil mir die Musik nicht wichtig war.
Sondern gerade weil sie es war.
Diese Lieder waren das Ehrlichste, was ich besaß.
Sie zeigten Seiten von mir, die kaum jemand kannte.
Meine Zweifel.
Meine Hoffnungen.
Meine tiefsten Verletzungen.
Und genau deshalb fühlte es sich an, als würde ich einen Teil meines Herzens veröffentlichen.
Jahr für Jahr blieben die Songs verborgen.
Manchmal hörte ich sie selbst und fragte mich, ob sie jemals jemand anderes hören würde.
Ich glaube, viele Träume scheitern nicht daran, dass Menschen kein Talent haben.
Sie scheitern daran, dass die Angst größer wird als der Mut.
Bei mir war das lange genauso.
Bis eines Tages etwas passierte, das ich niemals erwartet hätte.
Ein Künstler, dessen Musik mich seit Jahren begleitet hatte, brachte mich dazu, mein eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen.
Ohne es zu wissen, veränderte er etwas in mir.
Er gab mir den Mut, den ich selbst verloren hatte.
Und plötzlich war da dieser Gedanke:
Vielleicht ist es Zeit.
Vielleicht sollen diese Geschichten nicht länger nur mir gehören.
Vielleicht wartet irgendwo da draußen genau ein Mensch auf einen Song, den ich seit Jahren verstecke.
Das war der Moment, in dem aus einem Traum langsam ein Ziel wurde.