kapitel 2

Kapitel 2 – Als Musik mein Zuhause wurde

“Manchmal sucht man keinen Ort. Man sucht nur etwas, das einen versteht.”

Es gibt Menschen, die finden ihr Zuhause in einem Haus.

Ich fand meines in der Musik.

Wann immer das Leben zu laut wurde, setzte ich mich hin und schrieb. Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich nicht anders konnte.

Jeder Song wurde ein Stück meines Lebens. Jede Zeile hielt einen Moment fest, den ich niemals vergessen wollte – oder vielleicht gerade deshalb, weil ich ihn nie vergessen konnte.

Während andere ihre Gedanken laut aussprachen, versteckte ich meine Gefühle zwischen Melodien.

Niemand wusste, wie viele Geschichten bereits entstanden waren.

Ich zeigte sie niemandem.

Nicht, weil ich sie nicht mochte. Sondern weil ich Angst hatte.

Angst davor, dass sie nicht gut genug sind.

Angst davor, dass niemand versteht, was ich eigentlich erzählen möchte.

Und vielleicht auch Angst davor, mich selbst so verletzlich zu zeigen.

Also sammelten sich die Songs über Jahre.

Einer nach dem anderen.

Jeder von ihnen erzählte eine wahre Geschichte. Manche handelten von Hoffnung. Andere von Verlust. Von Zweifeln. Von Liebe. Vom Kämpfen. Vom Wiederaufstehen.

Sie wurden zu meinem Tagebuch.

Nur eben nicht mit Tinte.

Sondern mit Musik.

Damals wusste ich noch nicht, wohin mich diese Lieder einmal führen würden.

Ich wusste nur, dass sie ein Teil von mir geworden waren.

Und dass der Tag kommen würde, an dem ich entscheiden musste:

Verstecke ich diese Geschichten für immer?

Oder lasse ich sie endlich hinaus in die Welt?

Diese Entscheidung sollte mein ganzes Leben verändern.


 

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